„Die Nähmaschine“ von Natalie Fergie – Rezension

Das Rezensionsexemplar von „Die Nähmaschine“ von Natalie Fergie wurde mir dankenswerter Weise für die Rezension vom Wunderraum zur Verfügung gestellt. Daher Werbung.

Reisend mit Nähmaschine

Für Menschen, die nicht nähen, mag es schwer zu verstehen sein, aber Menschen, die nähen, nehmen ihre Nähmaschine(n) auch gerne mit in den Urlaub. Aus unterschiedlichen Gründen ist das nicht immer möglich. Handgepäckbegrenzungen, ein voller Kofferraum oder, dass die Familie einen für Unternehmungen mit einplant, stehen einer mitreisenden Nähmaschine gelegentlich im Weg. Für solche Fälle gibt es jetzt ein Buch!

Zeitreisend mit Nähmaschine

„Die Nähmaschine“ handelt überraschender Weise von einer Nähmaschine. Ihre Geschichte beginnt 1911 in einer Singer-Fabrik in Schottland und endet in der Neuzeit. Über ein Jahrhundert begleitet sie die Geschichte mehrerer Familien über vier Generationen. Naturgemäß ist die Geschichte einer Nähmaschine wenig actionreich. Aber Natalie Fergie ist es gelungen, um die Menschen, die mit der Singer von der Fertigung Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur notfallmäßigen Wiederinbetriebnahme im Jahre 2016 eine Geschichte zu spinnen, die einen mitnimmt durch die Jahrzehnte. Beim Lesen erhält man Einblick in den Alltag ganz normaler Menschen in den 1910er, 50er und 80er Jahren. Es verändert sich viel, die Protagonisten durchleben Höhen und Tiefen, aber genäht wird immer. Gerade auch Großbritannien-Liebhaber werden ihre Freude an dem Detailreichtum der Erzählung haben.

Eine Nähmaschinen-Chronik

Eine Idee aus dem Buch, die ich sehr nachahmenswert finde, ist, dass alles was auf der Nähmaschine genäht wird, in einem Notizbuch festgehalten wird. Egal, wer es genäht hat.

Februar 1985
Zelt unterm Tisch für Fred (Windpocken)
Großer Erfolg!

Leider habe ich selber keine so alte Nähmaschine, wie die aus dem Buch oder zumindest eine, auf der meine Oma schon genäht hat. Vielleicht ist es auch nicht mehr zeitgemäß, weil die heutigen Nähmaschinen nicht mehr für die Ewigkeit gemacht sind und schneller ersetzt werden, aber die Idee gefällt mir trotzdem.

Der Mann von Heute

Besonders schön finde ich, dass die Nähmaschine in dem Roman in der Gegenwart an einen Mann vererbt wird, der sich dann selber das Nähen beibringt. Mein Mann wird oft etwas verwundert angeguckt, wenn er erwähnt, dass er auch näht. Tatsächlich nähen aber sehr viele Rollenspieler und Mittelalter-Reenactor selber, weil man die eigenen Sachen dann stärker individualisieren kann und es einfach sehr teuer wäre, die Sachen in Auftrag zu geben.
Fred in der Geschichte fängt aus Geldnot an zu nähen. Das hört sich zunächst vielleicht etwas traurig an, ist es aber gar nicht. Es vermittelt vielmehr wieder ein Gefühl für diese qualitativ hochwertige Nähmaschine, die Fred dann liebevoll wieder auf Vordermann bringt. Außerdem bekommt man Lust Upcycling-Projekte zu verwirklichen und alten Dingen ein neues Leben zu schenken.

Fazit

Insgesamt würde ich sagen, dass das Buch die Freude, die es macht für sich und insbesondere auch für andere zu nähen, hervorragend wiedergibt. Genau das Richtige für einen gemütlichen Ferienhausurlaub, bei dem die Nähmaschine zu Hause bleiben musste. Dann kann man es sich mit diesem Buch so richtig gemütlich machen und neue Nähpläne schmieden.


„Die Nähmaschine“ ist übrigens auch ein Geschenktipp für NähnerdfreundInnen, die schon alles an Nähutensilien und -tools haben.

Viel Spaß beim Schmökern und Verschenken!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.