Achtsamkeit beim Shopping

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60 Kleidungstücke pro Jahr

Laut Greenpeace kauft jeder Deutsche rund 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Sechzig.
Das sind fünf Kleidungstücke pro Monat. Ein Teil pro Woche.
Das möchte ich für mich nicht. An diesem unmäßigen Konsum hängen so viele Chemikalien dran, die in Flüsse geleitet werden, so viele Frauen und Kinder, die für einen Hungerlohn nähen müssen, so viele vergeudete Rohstoffe. Ehrlicher Weise hätte ich aber auch gar nicht ganz genau sagen können, wie viel ich wirklich in einem Jahr kaufe. Deshalb war mein guter Vorsatz im letzten Jahr, dass ich nur sieben Kleidungsstücke für mich kaufen möchte. Dass ich achtsam einkaufe.

Shopping-Verzicht

Das Jahr ließ sich ganz gut an. Tatsächlich hatte ich nicht das Gefühl auf etwas verzichten zu müssen. Da war auch kein Jieper, jetzt dringend los zu gehen und etwas kaufen zu müssen. Klamotten-Shopping ist tatsächlich auch ätzend, solange man kleine Kinder hat. Die Zeit, die man früher für einen gemütlichen Einkaufsbummel hatte, ist einfach nicht mehr über. Internetshopping nervt auch, weil man schon bei der Suche so viel Zeit verschwendet und dann noch die blöden Pakete hin und her schicken muss.
Ich habe übrigens auch nicht extra-viel für mich genäht. Da hatte ich natürlich auch wieder kaum Zeit zu und wenn ich dazu komme, haben Kindersachen meist Vorrang.

Der Jahreseinkauf

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Nachricht in meiner Jacke

Das erste Teil habe ich im Februar im Urlaub an der Nordsee gekauft. Ich hab schon sehr lange eine leichte Winterjacke für den Hamburger 10° Grad-Winter gesucht und bin im Schlussverkauf fündig geworden. Nicht bio, nicht fair, aber zumindest nicht von Kindern hergestellt und vegan, also ohne Fellkragen.
Dann hab ich mir mal zwei neue BHs geleistet und war aus purer Faulheit  und Zeitknappheit bei H&M.
Mitten im Sommer ist mir dann aufgefallen, dass ich einen neuen Bikini brauche. Da hab ich zumindest versucht online einen nachhaltig hergestellten Bikini zu kaufen. Leider waren die im Juli in Deutschland ausverkauft. Da es dann auch keinen Sinn macht, sowas aus dem Ausland liefern zu lassen, hab ich dann einen ganz normalen bei einem Hamburger Versandhaus bestellt.
In den Herbstferien hatte ich dann Zeit für einen richtig schönen Shoppingbummel in Holland. Ich habe ein Kleid für eine anstehende Hochzeitsparty mitgenommen, einen Sweater und eine Strickjacke. Da habe ich dann auch Ernst gemacht und bio und/oder fair gekauft. Dummerweise war dann mein Kontingent für das Jahr voll. Leider hatte ich noch ein Kleid anprobiert, das nix für eine Hochzeit war, aber super saß und ganz weich und fair und bio war. Ich habe zwei Wochen drüber nachgedacht und dann gecheated. Das Kleid habe ich mir vom Mann zu Weihnachten gewünscht. Aber dafür gab es dann eben nichts Anderes. Fand ich legitim.
Es waren also genau genommen acht Teile in 2018.

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Beipackzettel in meinem Kleid

 

Achtsamkeit erreicht

Viel interessanter ist aber eigentlich, was die selbst gesetzte Begrenzung mit einem macht. Bei jedem Kauf habe ich viel genauer nachgedacht, ob ich das Teil wirklich brauche. Wenn ich nur überlege, ob ich sowas schon habe, es haben möchte und ob ich es mir leisten kann, dann ist ein Kleidungsstück deutlich schneller gekauft. Wenn ich mir aber überlege, ob dieses Teil es wert ist, eins der sieben Kleidungsstücke zu sein, die ich in diesem Jahr kaufe, dann hängt man doch eine ganze Menge nochmal wieder zurück. Die rein mengenmäßige Beschränkung hat also tatsächlich zu mehr Achtsamkeit beim Shopping geführt.
Gleichzeitig habe ich mehr auf die Qualität der einzelnen Stücke geachtet und ob sie fair und/oder bio hergestellt wurden. Wenn man nur wenig kauft, kann es natürlich sein, dass man mehr Budget frei hat. Ich muss allerdings sagen, dass ich überrascht war, dass die nachhaltigen Kleidungsstücke nicht so teuer waren, wie ich gedacht hätte, sondern eher im normalen preislichen Rahmen lagen.
Auf jeden Fall behält man aber den genauen Überblick, wie viel man wirklich im Jahr so kauft. Am Ende kocht aber alles wieder darauf herunter, dass man bei jedem Kauf darauf achten sollte, wem man sein Geld wofür gibt.
Und nicht vergessen: Die nachhaltigste Kleidung ist die, die oft getragen wird und lange hält.

 

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