Don’t worry, be Mami von Sandra Runge – Rezension

Don't worry, be Mami, Sandra Runge, Elternratgeber

Ein Exemplar von „Don’t worry, be Mami“ wurde mir dankenswerter Weise für die Rezension vom Blanvalet Verlag zur Verfügung gestellt.

Ein Kind, viele Sorgen

In „Don’t worry, bei Mami“ erzählt Sandra Runge ihre Geschichte. Diese Geschichte beginnt damit, wie sie nach ihrer ersten Elternzeit von ihrem Arbeitgeber knallhart verarscht wurde. Ganz dreist wurde sie an ihrem ersten Arbeitstag nach der Elternzeit ohne Vorwarnung entlassen. Man sollte denken, dass dies ein Zusammentreffen von unglücklichen Umständen und miesestem Führungsstil war, das in dieser Form nur selten vorkommt. Leider ist dem nicht so. Frauen verlieren auf vielfältige Art und Weise ihre Jobs, nur weil sie ein Kind bekommen. Zum Glück ist Sandra Runge Anwältin und hat in ihrem Buch viele Ratschläge und Tipps zusammengefasst, wie man Schwangerschaft und Elternzeit möglichst ohne monetäre Einbußen und rechtlich abgesichert übersteht.
Es beginnt mit dem Steuerklassenwechsel, wenn der Schwangerschaftstest positiv ist und endet mit der Haftung für durch Kinder verursachte Schäden.

Geballte juristische Expertise

Das Buch ist kein juristisches Fachbuch, sondern allgemein verständlich geschrieben. Wer aber erwartet, dass dieses Buch ohne juristische Fachbegriffe auskommt und alles ganz einfach erklärt ist, wird etwas enttäuscht werden. Grund hierfür ist schlicht, dass man juristische Normen und Sachverhalte präzise schildern muss, damit es nicht falsch wird. Trotzdem gibt es natürlich viele Erläuterungen. Sandra Runge leitet einen anhand ihrer Geschichte von Ratschlag zu Ratschlag. Die Story mag daher teilweise etwas konstruiert wirken und die Lieblingsfarbe von Juniors Löffel mag auch nicht jeden interessieren. Dafür erlebt man aber hautnah mit, wie der tägliche Wahnsinn mit Kind auch bei eigentlich aufgeräumten Juristinnen zuschlägt. Außerdem hat die Rahmengeschichte den Vorteil, dass das Buch überhaupt lesbar ist. Nichts ist schlimmer, als wenn juristische Sachbücher zu trocken sind, denn dann schafft man es meist gar nicht, sie überhaupt zu Ende zu lesen.

Die innere Anwältin

Dass man jedes Mal, wenn man das Buch sieht, den dümmlichen Ohrwurm „Don’t worry, be happy“ hat, muss man beim Kauf dieses Buches hinnehmen. Beinahe hätte ich das Buch übrigens nach den ersten Seiten nicht weiter gelesen. Die häufig zu Wort kommende „innere Anwältin“ der Autorin erinnert mich nämlich latent an die „innere Göttin“, wegen der ich schon von 50 Shades of Grey nicht mehr als einen Auszug lesen konnte. Zum Glück weiß die „innere Anwältin“ irgendwann auch, wann sie die Schnauze zu halten hat.

Geldwerte Tipps

Elternratgeber, Kopfkissen, Schwangerschaft, Sandra Runge

Im günstigsten Fall liest man dieses Buch übrigens schon ganz in Ruhe in der Schwangerschaft. Wegen der Stilldemenz markiert man sich dann am besten die relevanten Stellen mit Post-Its und legt es zum Nachschlagen unters Kopfkissen, bis die Kinder ausgezogen sind. Dieses Buch spart einem eine Menge Nerven und im Zweifel auch eine Menge Geld. Gerade die Tipps zu Mutterschaftsgeld, rechtlicher Absicherung gegenüber dem Arbeitgeber, Steuerklassen, Hebammen- und Krankenkassenleistungen sowie Elterngeld sind bares Geld wert, so dass sich der Kaufpreis dicke lohnt.

Zukunftsmusik

Mein Abschnitt in „Don’t worry, be Mami“ ist übrigens der „Wiedereinstieg auf dem Ponyhof“. In dieser Traumsequenz, die nur über zwei Seiten geht, schildert Sandra Runge, wie sie sich die perfekte Behandlung von Schwangeren und Müttern durch Arbeitgeber vorstellt.
So crazy, wie die Autorin das Szenario auf Ihrem Ponyhof schildert, finde ich das gar nicht. Die Doppelseite sollte man seinem Chef oder seiner Chefin ruhig mal kopieren und unter der Bürotür durchschieben. Bei Umsetzung dieser wenigen Maßnahmen wäre schon viel gewonnen in Deutschland!

Miss Multitasking

Sandra Runge, LAUFMAMALAUF, Sissi Rasche, Mompreneurs

Fotograf: Andreas Schwarz

Sandra Runge hat mittlerweile übrigens zwei Jungs und ihre eigene Kanzlei in Berlin. Dazu bringt sich vermehrt auch politisch ein, ist Gründerin von Coworking Toddler und hat einen sehr folgenswerten Blog unter www.smart-mama.de. Auf dem letzten Netzwerktreffen von LAUFMAMALAUF habe ich Sandra Runge übrigens persönlich bei einer Podiumsdisskussion mit anderen Mompreneurs erlebt. Und was soll ich sagen? Das zarte Persönchen ist engagiert, eloquent und fachlich top.
Und genau deshalb hilft einem auch ihr Buch auf den Punkt weiter.

 

 

1 Kommentare

  1. Pingback: "Keine Kinder sind auch keine Lösung" von Nina Straßner - Rezension - Blogmamablog

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