Das festliche Stillkleid und wie es im Internet zu finden ist – oder auch nicht.

Hochzeit, Deko, Girlanden, Pompoms

Knapp zwei Monate nach der Geburt meiner zweiten Tochter waren wir im Mai zur Hochzeit meiner Schwägerin eingeladen. Eigentlich wollte ich mich ungern im Wochenbett noch um ein Kleid kümmern und habe daher frühzeitig angefangen zu suchen. Zum Glück. Auf der Einladung wurde um „formal attire“, also festliche Garderobe gebeten.
Mein Plan war, im Internet nach etwas Schönem und trotzdem Bezahlbarem zu suchen und wenn ich da nicht fündig würde, nach Eppendorf in einen Laden für Schwangeren- und Stillmode zu fahren und einfach nur etwas Schönes zu kaufen.

Die Internetsuche

Bei ersten Suchen im Internet habe sehr schnell festgestellt, dass es unfassbar viele, tolle Schwangerschaftskleider gibt, aber keine große Auswahl an Stillkleidern. Wenn man Pech hat, sind die Schwangerschafts- und Stillkleider auch noch in einer Kategorie zusammengefasst und man muss dank mangelhafter Beschreibungen raten, ob das Kleid auch eine Stillfunktion hat. Außerdem muss man sich auf den Bildern immer einen Bauch im achten Monat wegdenken und stattdessen zwei Körbchengrößen und Babyspeck dazu. Ein Traum.

Bei der Suche nach „Stillkleid + Hochzeit“ findet man naturgemäß hauptsächlich weiße Kleider. Meist freut sich allerdings die Braut nicht so, wenn noch jemand in weiß auftaucht. Bleibt die Suche nach „Stillkleid + festlich“. Mit diesen Suchbegriffen stellt man schnell fest, dass festliche Stillkleider offenbar einfarbige, knielange Jersey- oder Chiffonkleider in Wickeloptik sind. Zu Beginn meiner Suche habe ich Jerseykleider allerdings kategorisch ausgeschlossen, weil Jersey für mich einfach nicht unter festliche Garderobe fällt. Lange Stillkleider gibt es anscheinend überhaupt nur in Jersey oder leichter Baumwolle und dann auch nur im Strandlook. Zu diesem Zeitpunkt habe ich kurz erwogen, nach einem Maxidress mit Neckholder zu suchen. Aber wenn man da nicht aufpasst, steht man plötzlich ganz oben ohne da, obwohl man nur dezent stillen wollte. Außerdem untragbar mit Still-BH. Also doch offizielles Stillkleid.

Der lokale Dealer

Nachdem langwierige Googlesessions mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben, bin ich einfach gleich nach Eppendorf gefahren. Der Slogan „Expect in Style“ hat mich hoffen lassen, aber leider stand da ja nicht „Nurse in Style“. Es gab also viele tolle Schwangerschaftskleider, aber nur zwei Stillkleider. Aus Jersey und zum Wickeln. Es wäre aber auch noch sehr früh in der Saison…

Dann wieder InternetHochzeit Einladung Dresscode

Frustriert habe ich die ganze Sache einfach auf die lange Bank geschoben. Leider hat Prokrastination einem noch nie ein Kleid gekauft. Also habe ich, als meine Kleine da war, irgendwann wieder angefangen, im Netz nach einem Kleid zu suchen. Da Shopping als Wöchnerin und mit Baby ohnehin nicht ratsam ist, war das auch meine einzige Möglichkeit. Nach einiger Zeit hatte ich alle Seiten im Inland und im lieferwilligen Ausland durch. Um es kurz zu machen: Ich hatte die Wahl zwischen Jerseykleidern und Chiffonkleidern im Wickellook, die allesamt von Schwangeren getragen wurden. Überraschender Weise habe ich mich dann für ein einfarbiges, knielanges Jerseykleid in Wickeloptik entschieden. Die schnöde Überlegung, die dem zu Grunde lag, war, dass ich Chiffon zwar etwas festlicher als Jersey, aber leider doof finde. Außerdem konnte ich das dunkelblaue Jerseykleid den ganzen Sommer über gut tragen. Ich also in casual, statt formal attire. Es war am Ende die richtige Entscheidung, aber doof fühlt man sich trotzdem. Bisschen dick, mit Spucktuch über der Schulter, Augenringen und nüchtern… und in einem Jerseykleid, während alle anderen richtig schick sind und Cocktails schwenken. Hochzeiten sind nicht meine Lieblingsevents in der Stillzeit.

Die 3 Top-Shops für Stillkleider

Damit ihr euch Zeit und Nerven spart, kommen hier meine drei Online-Shop-Tipps für „festliche“ Stillkleider:

Envie de Fraise: Hier findet ihr einfarbige, knielange Jerseykleider in allen Variationen und manchmal auch eine Perle dazwischen, günstige Preise, Qualität fand ich trotzdem gut, 8€-Gutschein bei Anmeldung für den Newsletter

ASOS: Bei ASOS hat sich einiges getan. ASOS hat jetzt die Kategorie „Maternity Nursing“, wo man alle Stillkleider von verschiedenen Marken findet. Hier findet man mit Abstand die breiteste Range an verschiedenen Kleidern, allerdings sind auch einige fragwürdige Styles darunter. Natürlich gibt es viele knielange Jerseykleider in Wickeloptik, aber es werden auch schickere Sachen angeboten. Kostenloser Versand und Rückversand ab 30€.

Mamarella: Dieser Shop hat eine schöne Auswahl an klassischen Stillkleidern und ist übersichtlich gestaltet. Kostenloser Versand und Rückversand ab 50€.

Für einen ersten Überblick habe ich die tragbarsten Styles für euch auf einem Board auf Pinterest zusammengefasst.
Viel Spaß beim Stöbern!

 

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